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Fasnet in Heuweiler

Artikel vom 13.02.2018

Wie bereits seit Jahren Tradition, wurde am Schmutzigen Donnerstag der farbenprächtig geschmückte Narrenbaum gestellt. Zum Jubiläum der Leheneckbestien leuchtete gar eine Tafel am Bühl. Am Abend, als der Hemdglunkiumzug am Gemeindehaus angekommen und die Fasnet offiziell eröffnet war, brannte eine 11 aus Holz langsam ab. Im Fässle am Brunnen hatte Ferdinand Elighofer 132 Liter Wasser eingefüllt - genau so viele Monate gibt es die Narrenzunft der Leheneckbestien in Heuweiler schon - die langsam aus dem Fass entronnen. So wurde das Ende des Narrenjubiläums symbolisch dargestellt.  Genau diese Detailverliebtheit macht die Heuweilemer Fasnet so einzigartig.

Narrenmesse am Sonntag

Fast eine Nadel hätte man fallen hören können - so gespannt waren die - größtenteils kostümierten - Besucher um 10.15 Uhr in der Kirche bevor die Guggemusikgruppe „Beizekracher“ aus  Gundelfingen und die Leheneckbestien in die St. Remigius Kirche in Heuweiler einmarschierten. In der erstmalig stattfindenden „Narrenmesse“ betonte Pfarrer Nelson Ribeiro die Gemeinsamkeiten der katholischen Kirche und der Fasnacht. In der vollbesetzten Kirche forderte der Pfarrer, der sich selbst an der Gitarre begleitete, zum Mitsingen, Stampfen, Klatschen und Hüpfen auf. Er bewies, dass sich die gute Stimmung der Fasnet gut in einen Gottesdienst integrieren  ließ. Ernsthafte und tiefsinnige Gedanken aber auch gute Stimmung, Freude am Feiern und viel Humor machten diesen Gottesdienst aus. In seiner Predigt zeigte Ribeiro, dass die Masken in der Fastnachtszeit dem Predigergewand in der Kirche ebenso ähneln wie die Umzüge den Prozessionen. Nur, betonte er lächelnd, sei die Kopie - also die Fastnachtsumzüge - deutlich beliebter als das „Original“. Die fünfte Jahreszeit diene auch dazu, der Obrigkeit und der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, um das Vergangene zu überdenken. Die eigenen Werte, das eigene Tun, solle noch einmal in Frage gestellt werden, damit man im folgenden Jahr beweisen könne, dass man etwas gelernt habe. Seine Predigt beendete er mit einem 3-fachen Narri-Narro. In der Fürbitte, die von den Mitgliedern der Narrenzunft verlesen wurde, baten die Narren um Gottes Segen für ihr Motto „Allen zur Freud’ - keinem zum Leid“. Die Wünsche, Freude in die Welt zu tragen und jedem Menschen Freiheit zuzugestehen, auch ohne Maskerade, machte diesen Gottesdienst so einzigartig. Und ginge es nach Meinung der begeisterten Besucher, würde die Narrenmesse fester Bestandteil der Fastnachtszeit werden. 

Umzug am Sonntag

In Heuweiler schaut man keinen Umzug, nein, man läuft mit. Beachtlich für diesen kleinen Ort: es gab drei Wägen, die alle liebevoll gestaltet waren. Nach zwei Stunden Fahrt  mit diversen Stopps durch den ganzen Ort kam die Kolonne am Ziel, dem Dorfplatz, an. Und dann ging die Party richtig los. Eröffnet wurde der Spaß mit einer Rede von Gerold Maier, der das Thema „Doping bei Olympia“ in das Ortsgeschehen integrierte. Die Geschichte: da der große Balkon des neuen Rathauses noch nie richtig genutzt wurde, bekam der Sportverein vom Bürgermeister den Auftrag, endlich richtige Sieger zu „produzieren“ und mit mindestens 7 Medaillen von der Olympiade nach Heuweiler zurückzukehren. Da man ja nicht so viele - um genau zu sein überhaupt keine - Ausnahmesportler nachzuweisen hatte, griff man in die Trickkiste und mischte Dopingmittelchen zusammen. Garantierter Medaillenerwerb! Und die Heuweiler Fastnachter gingen sogar so weit, dass man sich aussuchen konnte, ob diese zur Bronze-, Silber- oder gar Goldmedaille führten. Das beste daran: mit keinem Urintest der Welt waren diese Wundermittelchen nachzuweisen. Denn es handelte sich um die „guten“ Tröpfchen der ortsansässigen Brennereien! 

Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Trachtenkapelle Heuweiler und die Beizekracher Gundelfingen. Und danach legten die Leheneckbestien wieder auf. Auch wenn sich ein Weihnachtslied eingeschlichen hatte - der Lust auf Tanzen, Feiern und Spaß tat dies keinen Abbruch. (sel)