Aktuelles aus Heuweiler: Gemeinde Heuweiler

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Bildungswerk Heuweiler Maria 2.0: Frauen und die katholische Kirche

Artikel vom 10.02.2020

Zu einem Diskussionsabend zu den aktuellen Aktivitäten der Aktion Maria 2.0 hatte das Bildungswerk der katholischen St. Remigius Gemeinde ins Heuweiler Gemeindehaus eingeladen. Angesichts eines fast voll besetzten Raums wurde deutlich, wie viele Emotionen mit dem Thema verbunden waren und wie viel Redebedarf bei den Menschen bestand. Nicht nur Frauen, sondern auch Männer, die ihre Unterstützung für das Projekt zusagten, waren anwesend. Als Referenten waren Rita Ambs und Eveline Viernickel aus Freiburg-Rieselfeld und der wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni Freiburg, Steffen Engler, der auf kirchenrechtliche Fragen spezialisiert ist, anwesend. 


Hans-Georg Schwörer führte moderierend durch das Programm, in dem die Frage, ob die katholische Kirche eine Zukunft hat, im Raum stand. 


Begonnen hatte der „Aufstand“ der Frauen nach dem Bekanntwerden der diversen Missbrauchsskandale im Kloster Ettal, dem Canisius-Kolleg oder bei den Regensburger Domspatzen. Der Umgang der katholischen Kirchenoberen damit ließ die Emotionen aufkochen. Widerstand und Distanzierung zu dieser Kirche, die gegen ihre eigenen Grundregeln verstieß, war die Folge. Beginnend mit einer von Frauen initiierten Aktion in Münster im Mai 2019 gründete sich auch die Freiburger Gruppe um Rita Ambs und Eveline Viernickel im Rieselfeld. Aufsehen erregen wollten die Frauen, denen „ihre“ Kirche sehr am Herzen liegt. Ursachen beheben, statt wegzusehen und einfach weiterzumachen, war die Devise. 
Bei diversen Aktionen vor dem Freiburger Münster gelang ihnen das auch: bei der Demonstration anlässlich der Priesterweihe waren über 700 Männer und Frauen vor dem Münster positioniert. Bei der im Juni 2019 folgenden Demonstration bei der Bischofsweihe schlugen den Aktivisten  schon aggressive Stimmung und wüste Beschimpfungen entgegen. Das hielt die Initiatorinnen jedoch nicht davon ab, weiterzumachen. Sie blieben dran. Am Thema, an ihren Visionen, die Kirche wieder zu dem zu machen, was sie -ihrer Meinung nach- sein sollte. Die Forderungen, das Zölibat abzuschaffen, Frauen zu Priestern weihen zu lassen, die Sexualmoral der Kirche an das Jahrhundert anzupassen, in dem sie leben und die Missbrauchsfälle aufzuklären war und blieb erklärtes Ziel. 


Mittlerweile haben sich nicht nur Frauen aus Heuweiler der Aktion angeschlossen, sondern es ist ein internationales Netzwerk entstanden, das bereits einen „Marsch nach Rom“ organisiert hat. 
Wind aus diesen gut gesetzten Segeln musste allerdings Steffen Engler nehmen, der über das bestehende Kirchenrecht referierte, das alles andere als Hoffnung auf eine Veränderung machte. Kein Papst habe bisher bestehende Dogmen in Frage gestellt oder gar an diesen gerüttelt. 
So wird sich wohl an manchen Dingen nicht so schnell etwas ändern können. Insbesondere die Unmöglichkeit der Priesterweihe für Frauen scheint im Kirchenrecht in Stein gemeißelt wie die 10 Gebote. 


Eine kleine Hoffnung: Das Zölibat ist kein Dogma, hier könnte Bewegung in aktuelle Diskussionen kommen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, jedoch befürchteten einige der Anwesenden, dass eine Veränderung ohne Spaltung nicht möglich werde. Sehr schade, da all diese Menschen tatsächlich nur das Beste für „ihre“ Kirche wollen. 

 

Mehr Informationen zu geplanten Aktionen: www.maria2punkt0.de