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Malteser Heuweiler Thema Organspende

Artikel vom 26.11.2019

Leider vor einer sehr kleinen Zuhörerschaft, dafür aber einer um so interessierteren, referierte der Ärztliche Koordinator Organspende der Uniklinik Freiburg, Dr. Klaus Michael Lücking, auf Einladung des Fördervereins des Malteser Hilfsdienstes Heuweiler im Gemeindehaus zum Thema „Organspende: Zustimmung oder Widerspruch“.

Seit dem Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, bei der Organspende eine Widerspruchsregelung einzuführen, wird hierzulande heiß diskutiert. Aber: wie aufgeklärt sind die Menschen zu diesem Thema? Hochglanzbroschüren und Plakatwerbungen suggerieren, dass Organspende „cool“ und „voll im Trend“ ist. Aber: kennt jeder die Voraussetzungen und den Ablauf einer Organspende?

Um ebendiese Aufklärung, ganz ohne Werbecharakter, ging es Dr. Lücking an diesem Abend.

Im Fokus standen nicht die Patienten auf einer Transplantationswarteliste sondern die Menschen, die sich bewusst für oder gegen eine Entnahme ihrer Organe im Todesfall entscheiden. Dabei ist nicht die Rede von Herz-Kreislauf-Stillständen sondern von der unwiderruflichen Einstellung der Hirnfunktion auf der Intensivstation eines Krankenhauses.

Für die Organspende in Deutschland gibt es nämlich drei Grundvoraussetzungen:

1.    Hirntod: Dieser wurde vom Großteil des Deutschen Ethikrats als ein „sicheres Todeszeichen“ definiert.

2.    Zustimmung des Patienten (oder dessen Vertreter) zu der Organentnahme

3.    Ausschluss von Kontraindikationen: z.B. Infektionen oder Tumore.

Dr. Lücking klärte auf. Zunächst: Eine Organspende nach Herztod ist in Deutschland verboten. Auch dann, wenn ein Organspendeausweis mit der Zustimmung zur Entnahme der Organe vorliegt. Er nahm die Anwesenden mit auf eine imaginäre Reise in die Intensivstation, in der der „Worst Case“ eingetreten ist, nämlich die Prognose „in faust“. Im Klartext: es liegt eine primäre oder sekundäre Hirnschädigung vor, die irreparabel ist. Das Leben eines Menschen ist unrettbar verloren, die Ärzte können den Angehörigen keine Hoffnung mehr anbieten. An einer Herz-Lungen-Maschine kann über eine gewisse Zeit hinweg die Körperfunktion noch aufrecht erhalten werden aber das Hirn - unsere Schaltzentrale - ist tot. Um das festzustellen, müssen mindestens zwei Ärzte unabhängig voneinander diesen Tod feststellen, einer davon muss Neurologe sein. Allerdings fehlen genau diese Fachärzte in der Praxis, so Dr. Lücking. Wenn dann sichergestellt ist, dass definitiv keine Chance mehr darauf besteht, in das Leben zurück zu kehren, stellt sich den Ärzten die Frage der Organspende.

Und dabei ist einzig wichtig, so Dr. Lücking, was der Wille des Patienten wäre. Um das zu wissen, ist es für Angehörige unabdingbar, vor einer solchen Situation Klarheit über eben diesen Wunsch zu erhalten. Dafür gibt es den Organspendeausweis. Darauf kann jeder angeben, ob und wenn ja, welche Organe er spenden möchte oder ob er das ablehnt. Egal, wie sich Menschen entscheiden, so der Arzt, wichtig ist, DASS sie sich entscheiden und diese wichtige und letzte Entscheidung nicht den -in dieser Situation völlig überforderten- Angehörigen überlassen. Ist eine solche Situation erst eingetreten, bleibt oft nicht mehr die Zeit und schon gar nicht der klare Kopf, sich ausführlich zu informieren.

Ein sehr guter Ansatz, mehr ausgefüllte Organspendeausweise zu bekommen, sei es nach Ansicht des Dozenten, Hausärzte zu schulen und als Multiplikatoren einzusetzen. Doch fehle dazu aktuell die Zeit und das Geld.

Viele Unsicherheiten der Vortragsbesucher wurden an diesem Abend aufgegriffen, alle Fragen ausführlich beantwortet. Wer sich ausführlicher mit diesem Thema auseinander setzen möchte, findet im Internet Informationen: www.organspende-info.de (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)