Aktuelles aus Heuweiler: Gemeinde Heuweiler

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Keine Kirche ohne Frauen

Artikel vom 14.05.2019

Überraschung, Wut, Verständnis, Empörung: Die Emotionen der etwa 70 Besucher, die am Sonntagabend die Maiandacht in der katholischen Kirche St. Remigius in Heuweiler feiern wollten, konnten unterschiedlicher nicht sein. Der Grund: am Kirchenportal hingen zwei DIN A 0 große Plakate, die darauf hinwiesen, dass die Frauen die Kirche bestreikten. Daher blieben die Portale geschlossen. Sitzplätze waren auf dem Kirchenvorhof aufgebaut. Die Aktion „Maria 2.0“ startete in Münster/Westfalen und zog sich zeitgleich bis nach Lauchringen an den Hochrhein. Eine Woche lang versagen die Frauen der katholischen Kirche ihren Dienst. Warum? Sie wollen Gleichberechtigung und - wie die Initiatorin in Heuweiler, Susanne Rutgers betonte - sie wollen sich für ihre Kirche nicht mehr schämen müssen. Welche „niederen“ Aufgaben Frauen bisher verrichten und was sie für die Zukunft fordern, war wie einst die Thesen von Wittenberg an das Kirchenportal geheftet. Ohne Frauen funktioniert Kirche nicht: Sie reinigen, schmücken, singen in Kirchenchören, bereiten Gottesdienste mit vor. Daher sollten sie auch alle Ämter belegen dürfen, wie etwa das Priesteramt, Bischöfin werden oder gar Päpstin. Kurzum: Sie wollen gleichwertige Mitarbeiterinnen der katholischen Kirche werden mit Zugang zu allen Ämtern. Außerdem forderten die Frauen die Aufhebung des Pflichtzölibats und eine Ausrichtung der kirchlichen Sexualmoral an die Lebenswirklichkeit der Menschen. Die Missbrauchsfälle sollten allesamt verfolgt werden und Täter und Vertuscher aus der Kirche ausgeschlossen werden.

Austritt ist für die Initiatoren keine Option. Man wolle schließlich nicht flüchten, sondern etwas verändern. Nämlich eine Kirche schaffen, auf die man stolz sein kann. Daher sammelten die Frauen auch Unterschriften, die sie am Ende der Woche an Bischof Stephan in Freiburg überbringen werden. Auf eine gemeinsame Andacht mussten die Anwesenden dann doch nicht verzichten. Einziger Unterschied: Pfarrer Ritter, der Verständnis für die Aktion zeigte, saß im Publikum und die Texte wurden von den Mitgliedern des Gemeindeteams gelesen. Musikalisch unterstützt wurden die Sänger dabei von der Trachtenkapelle Heuweiler.