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Einwohnerversammlung mit konstruktiver Lösung

Artikel vom 30.07.2018

Einer Privatinitiative von Dr. Wolfgang Röhling und Hans-Georg Schwörer war es zu verdanken, dass am vergangenen Mittwoch eine weitere Einwohnerversammlung in der Kirchberghalle in Heuweiler stattfand. Der in einem Grundsatzbeschluss festgelegte Standort für den Neubau einer Flüchtlingsunterkunft auf dem Kirchberg gegenüber dem Friedhof hatte die Gemüter erhitzt und erneuten Gesprächsbedarf ausgelöst. 

Neben kompetenten Mitarbeitern der Gundelfinger Gemeindeverwaltung konnte Bürgermeister Raphael Walz auch den Fachbereichsleiter für Baurecht und Denkmalschutz, Johannes Grunau, vom Landratsamt und die beiden Sozialarbeiter der Caritas für Integration von Flüchtlingen, Andreas Scheytt und Anja Rudel, begrüßen. 

Bürgermeister Raphael Walz stellte zusammen mit Johannes Grunau die Möglichkeiten der Nutzbarkeit von Grundstücken für einen Neubau vor. Da sich zwischenzeitlich eine Privatperson gefunden hatte, die der Gemeinde vier weitere Grundstücke anbot, erweiterte dies die Auswahl enorm. Nach Einschätzung des Fachbereichsleiters waren am Ende zwei Grundstücke geeignet, eben jenes am Kirchberg und ein weiteres am Ortsausgang Richtung Gundelfingen neben dem Teich. Ein Stimmungsbild der Anwesenden favorisierte eindeutig die Lösung am Ortsausgang und sprach sich demnach gegen eine Neubaumaßnahme am Kirchberg gegenüber des Friedhofs aus. 

Aktuell seien 27 Flüchtlinge für Heuweiler zugeteilt, zwei davon haben schon eine Wohnmöglichkeit gefunden, alle anderen sind noch in Gundelfingen untergebracht. In Heuweiler werden fünf Nationen erwartet, die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien. Da Familiennachzug und -nachwuchs nicht in die Zuweisungszahl einfließt, konnten nur ungefähre Schätzungen über die Anzahl der zu erwartenden Personen abgegeben werden. Die Zuweisungszahlen des Landratsamts für 2019 werden am Ende der Sommerferien erwartet, so Bürgermeister Walz.

Finanzielle Entlastung durch Privatvermietungen

Aus finanzieller Sicht sei für die Gemeinde grundsätzlich eine Anmietung von Wohnraum günstiger als ein Neubau. Auch ginge die Unterbringung  schneller vonstatten und eine Integration der Flüchtlinge gelinge besser als bei einer zentralen Unterbringung, so der Bürgermeister. Leider, so Hauptamtsmitarbeiter Stefan Kraushaar, der für die Anmietung der Objekte zuständig ist, stocken die Anfragen seit Beginn in Heuweiler. Daher informierte er die Einwohner ausführlich über die Vorgehensweise: Jeder Vermieter lerne zunächst die möglichen Mieter kennen, nur bei Sympathie komme ein Mietvertrag zustande. Dieser würde langfristig mit der Gemeinde als Mietpartner abgeschlossen, somit seien die marktüblichen Mieten pünktlich überwiesen. Auch unterstütze die Gemeinde bei Bedarf Renovierungen oder Umbaumaßnahmen. Die Flüchtlinge würden durch die Gemeinde gut eingewiesen, die positiven Erfahrungen überwiegen bei Weitem die kleinen Probleme zu Anfang, betonte Kraushaar.

In der dreistündigen Versammlung wurden viele Ideen eingebracht. Finanzierbar sei, so Kämmerer Harald Binz und Bürgermeister Raphael Walz entweder die Lösung, einen Bauträger für einen Neubau einzuschalten oder private Vermieter zu finden, die der Gemeinde Wohnraum für Flüchtlinge anbieten. Eine Eigenfinanzierung würde große Probleme machen, die Eigenständigkeit Heuweilers wäre gefährdet und andere Vorhaben seien nicht mehr umsetzbar. Daher schlossen sie diese aus. Mit der Baugenossenschaft Bogenständig sei ein Bauträger gefunden, der bereits in seiner Satzung den sozialen Gedanken in den Vordergrund stelle, so Bürgermeister Walz. Auch  begrüßte er die Idee von einigen Anwesenden, eine Arbeitsgruppe zu bilden, um doch noch Privatwohnraum zu finden. In seiner Zusammenfassung lobte er die zielgerichtete Diskussion, die er als „extrem konstruktiven Dialog“ empfand. Ein „klares Signal“ gegen einen Neubau am Standort Kirchberg und für den Standort am Ortsausgang, die Idee einer Mischnutzung und ein im Aufbau befindliches Netzwerk zur Integration nehme er aus der Versammlung mit in die nächste Gemeinderatssitzung. Dr. Claudius Stahl dankte der Gemeinde Gundelfingen für die vorübergehende Aufnahme der Heuweilemer Flüchtlinge. Gleichzeitig betonte er, dass Heuweiler sich seiner Verantwortung bewusst sei und diese zeitnah übernehmen werde.